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Ganzheitliche Förderung
36 Jahre LRS-Klassen
Seit der Aufnahme der Arbeit der ersten LRS- Klassen in Günterstal
unter der Leitung von Frau Hassmann-Kube sowie unter deren
Nachfolgerin Frau von Forster sind unsere Adressatengruppe und das
Ziel unserer Arbeitsweise gleich geblieben: Die Förderung von Kindern
mit einer Teilleistungsstörung im Lesen und /oder Rechtschreiben bei
durchschnittlich bis guten intellektuellen Fähigkeiten.
Die Schülerinnen und Schüler, die im Jubiläumsjahr die LRS- Klassen
der Karlschule besuchen, haben jede ihre eigene LRS- mit und ohne die
bekannten Komorbiditäten wie ADS, ADHS, Entwicklungsverzögerungen und
Rechenschwäche. So sind die in diesen Klassen unterrichtenden
Kolleginnen stets vor neue Anforderungen gestellt, die mit dem
Unterrichten in einer Regelgrundschulklasse kaum zu vergleichen sind.
Wer kommt zu uns und auf welchem Weg?
Aus den Regelgrundschulen, die zum Bereich des Staatlichen Schulamtes
Freiburg gehören, können bereits ab dem 1. Schuljahr Kinder zur
Überprüfung gemeldet werden. Mit einem festgelegten Diagnosekanon
werden diese überprüft und in einem beratenden Gespräch mit den Eltern
die Fördermöglichkeiten besprochen. Wenn eine stark ausgeprägte
Teilleistungsstörung festgestellt wird, die eine Umschulung in die
LRS- Klassen notwendig erscheinen lässt, so können diese Kinder zum
Beginn des neuen Schuljahrs in einer neu gebildeten Klasse aufgenommen
werden.
Wie fördern wir?
Auf der Grundlage des gültigen Bildungsplanes der Grundschule ist eine
ganzheitliche Förderung unser Ziel:
Aufbau eines stabilen Selbstwertgefühls, die Schaffung motivierender
Erfolgserlebnisse, Hilfebeim Abbau von psychosomatischen Störungen und
die Verbesserung der Lese- und Rechtschreibfähigkeit.
Daraus ergeben sich für alle Fächer und den gesamten Schulalltag
Konsequenzen, die hier aber nur exemplarisch aufgeführt werden können:
Berücksichtigung der Teilleistungsschwächen durch
Darbietung des Lernstoffes in kleinen Schritten
Isolierung von Schwierigkeiten
Beachtung der oft langsamen Arbeitszeiten, besonders bei
Klassen-arbeiten
Berücksichtigung rascher Ermüdbarkeit und Konzentrationsmängel
Benutzung von besonderen Sitzkissen und Handbällen bei Hyperaktivität
Trainingsangebote
Multisensorische Übungen zur Wahrnemungsverbesserung
Übungen zur optischen und akustischen Differenzierung
Orientierungsübungen im Raum und am eigenen Körper
Gedächtnisübungen
Ermöglichung von Kompensation
Ansprechen mehrerer Sinneskanäle
Ritualisierung von Lernstrategien
Den Schwerpunkt der Lese - und Schreibförderung bildet der Kieler
Leseaufbau von Frau Dr. L. Dummer-Smoch und Frau R. Hackethal:
Systematische Schulung der Phonem-Graphem-Korrespondenzen
Übungen in der Wortanalyse durch den Einsatz von Lautgebärden und des
Silbenteppichs
Rhythmisch-melodisches Sprechen und Sprechschwingen und
Silbenschreiten nach Frau H. Busch-mann, Anwendung von Silbenbögen als
Durchgliederungshilfe „Pilotsprache“
10 Stunden Deutsch pro Woche
Förderung bei Rechenschwäche
Testung durch Frau Laube – Kohlbrenner
Förderung in kleinen Gruppen
Benotung im Fach Deutsch
Grundlage ist die Verwaltungsvorschrift vom 22.August 2008 , Az.:
31-6504.2/534
Intensive Kooperation mit allen an der Er-ziehung und Förderung der
Kinder Beteiligten
Regelmäßiger Kontakt mit dem Elternhaus
„Runder Tisch“
In Kooperation mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie setzten wir in
den vergangenen Jahren verstärkt auf Prävention. So konnten wir im
Schuljahr 2004/05 erstmals eine 1. LRS-Klasse bilden. Nachdem sich im
folgenden Jahr erneut eine Eingangsklasse einrichten ließ, ergibt sich
in den letzten Schuljahren leider wieder ein anderes Bild, weil uns
die betroffenen Schülerinnen und Schüler immer später gemeldet wurden.
So haben wir im Jubiläumsjahr nur noch eine dritte Klasse und drei
vierte Klassen.
Für die in unserem Haus arbeitenden Kolleginnen und Kollegen ergab
sich daraus die Konsequenz, auch im Sekundarbereich die Förderung
auszubauen und zu intensivieren, denn ca. 75% unserer Schülerinnen und
Schüler benötigen über den Grundschulbereich hinaus weiterhin eine
umfassende Begleitung.
Barbara Wunsch-Ramsperger,
Konrektorin, zuständig für den LRS-Bereich
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